März
29
2008
20:22
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Auch bei der Wahl des Objektivs kann man stark in die resultierende Schärfe der Fotos eingreifen. Da die Schärfeleistung von Objektiven konstant ist, hat man hierbei im Gegensatz zur Haltung (siehe Artikel 1 dieser Artikelreihe) sogar noch ein verlässliches Mittel für scharfe Fotos.

 

Wahl des Objektivs

Festbrennweiten

Objektive mit fester Brennweite sind bauartbedingt lichtstärker, kontrastreicher, weisen weniger Verzeichnung auf und sind schärfer als die Kollegen Zoom-Objektive. Bei den Berechnungen für das Objektiv müssen keine Kompromisse für jeden Brennweitenbereich eingegangen werden. Das Objektiv wird perfekt auf die eine feste Brennweite abgestimmt und liefert somit in aller Regel sehr viel schärfere Ergebnisse. Daraus lässt sich auch schließen, dass Zoom-Objektive mit zunehmendem Zoom-Faktor schlechtere Abbildungsleistungen liefern. Das ist unter anderem der Grund, warum Super-Zoom-Objektive mit Brennweitenbereichen von 18–200mm auch gerne scherzhafterweise als „Suppenzooms“ bezeichnet werden.

Lichtstarke Objektive

Blendet man Objektive um etwa 1–2 Blendenstufen ab, erreicht man ihren sogenannten Sweet Spot. Je stärker man abblendet, umso geringer werden Objektivfehler wie Chromatische Abberationen, Randunschärfe, Verzeichnung, Vignettierung und eben auch Unschärfe. Blendet man jedoch zu stark ab, hat man mit dem Problem der Beugungsunschärfe zu tun. Genau dazwischen liegt der Sweet Spot, im Grunde also der die Bildqualität optimierende Abblendbereich. Hat man ein besonders lichtstarkes Objektiv, kann man es sich natürlich auch bei nicht optimalen Lichtbedingungen leisten, 1–2 Blendenstufen abzublenden, da die Offenblende ja bereits sehr groß ist/einen kleinen Blendenwert hat und somit die Verschlusszeit noch freihand-tauglich bleibt.

Bildstabilisierende Objektive/Bildstabilisierende Kameras

Egal ob optische Bildstabilisierung im Objektiv oder mechanische Bildstabilisierung in der Kamera, ein Bildstabilisisator gleicht leichte Verwackler einigermaßen zuverlässig aus und erlaubt bis zu 3 Blendenstufen/EV-Werte länger zu belichten! Gerade zu etwas schummerigen Uhrzeiten lassen sich damit noch gute Ergebnisse erzielen.

Bitte darauf achten, den Bildstabilisator beim Einsatz der Kamera auf dem Stativ wieder auszuschalten, da der Bildstabilisator durch das Fehlen von Wackeln falsche Korrekturen macht. Der Stabilisator versucht nicht vorhandenes – ihm durch Messfehler jedoch vorgegaukeltes – Wackeln auszugleichen, was wiederum zu unscharfen Bildern führen kann.

Gegenlichtblende

Auch die Gegenlichtblende kann – wenn auch nur gering – zur Schärfe eines Fotos beitragen. Die Gegenlichtblende heißt korrekterweise Streulichtblende und erklärt damit auch gleich ihre Daseinsberechtigung: sie blockiert seitlich einfallendes Licht, welches sich im Objektiv reflektiert und somit zu kontrastlosen Bildern mit Lens-Flares führt. Aber nicht immer sind die Lens Flares direkt sichtbar und man wundert sich über flaue und kontrastarme Bilder. Die Kontrastarmut lässt Kanten weniger hart und dadurch das Bild nicht ganz so scharf erscheinen.

Im nächsten Artikel geht es um Foto-Stative, die beste aber auch meist unpraktischste Lösung für schärfere Fotos.

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