September
5
2007
21:03
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Hinweis: Dies ist eine von trigami vermittelte Auftragsarbeit, für welche ich ein Honorar erhalte. Konkret heisst das: Ich werde dafür honoriert, dass ich über ein Produkt oder eine Dienstleistung schreibe (und nicht dafür, dass ich positiv darüber schreibe). (Mehr Informationen)

Juhu! Endlich wieder ein trigami-Review! Diesmal geht es um die neue Musikplattform akuma.de.

Der Dienst klang in der Beschreibung schon einmal sehr sehr vielversprechend! Da wird mit Features gelockt, die viele Musikliebhaber zum Online-Musikkauf überzeugen könnten. Es scheint als hätte der Herausgeber der Netzwelt (H² media factory GmbH) das Ohr genau in die richtige Richtung offen gehalten und die Bedürfnisse der User und Fehler der Mitbewerber erkannt. akuma bietet als Konkurrent zu iTunes, musicload und Konsorten einen Songbestand von 600.000 Songs, der bis Ende des Jahres auf 1.000.000 Songs ausgeweitet werden soll. Der Grund für den relativ (!!!) geringen Topf an Songs ist zugleich der große Vorteil gegenüber dem restlichen Markt: die Songs enthalten keinerlei Kopierschutz à la DRM und das bei voller Musikqualität zwischen 192Kbit/s und 320Kbit/s für Preise ab 89ct!!! Der Vorteil, den der User dadurch erhält, ist natürlich riesig. Die Songs lassen sich beliebig oft anhören, auf JEDEM mp3-fähigen Gerät abspielen und auch sogar noch auf CD brennen. Die Abschreckung die gekaufte CD oder den heruntergeladenen Song im Worst-Case auf keinem Gerät im Haushalt abspielen zu können, kommt bei akuma gar nicht erst auf. Doch was hat das mit dem Songbestand zu tun? Ganz einfach: welches Plattenlabel ist schon kopierschutzlosen mp3's gegenüber aufgeschlossen? Richtig! Hauptsächlich Labels, denen es heute noch wichtig ist, Musik an den Mann zu bringen und nicht nur Verkaufszahlen vor Augen haben. Das sind sogar gar nicht wenige. Wer jetzt denkt, dass man bei akuma nur LocalHeroes und Independent-Bands findet, wird eines Besseren belehrt. Es finden sich auch nahmhafte Künstler wie Katie Melua, Xavier Naidoo, Simply Red, Cat Stevens, Fettes Brot oder Glashaus unter den Downloads. Ich denke, wenn sich akuma erst einmal weiter durchsetzt und die Labels erkennen, dass das Prinzip aufgeht, werden mehr und mehr Künstler zu finden sein.

Eine weitere sehr gute Überlegung war es, das Portal im Web 2.0 Stil aufzubauen. Das geht von einfachen User-Profilen mit Gästebüchern und Nachrichtendienst hin zu richtig praktischen Erweiterungen wie Song-Tagging und die logische Konsequenz: last.fm-Support! Das lässt natürlich mein Herz gleich höher schlagen! last.fm an sich ist ein sehr schöner Online-Service, der die gehörte Musik trackt und (basierend auf Tags anderer User) ähnliche Musik vorschlägt, die einem gefallen könnte. Die Integration dieses Features in einen Musik-Online-Shop ist natürlich sinnvoll, zeitgemäß und sehr viel intelligenter als das einfache "Nutzer die ⅹ kauften, kauften auch y", das man sonst vorfindet.

Klingt also alles sehr vernünftig, was kostet das jetzt und wie einfach geht es?

Die Kosten für einen Song pendeln sich zwischen 89ct und 1,19 € ein. Die meisten Songs, die mich interessierten kosteten 1,19 €. Für eine absolut kopierschutzfreie MP3-Datei ist das wirklich noch ok, wenn man überlegt, wie oft man den Titel hören kann und das auf jedem Player! Die Qualität betrug hierbei auch meist 256Kbit/s, also bekommt man auch gute Qualität im Bass-Bereich und auch das für das MP3-Format eher schwierig zu kodierende Zusammenspiel aus Klavier und Stimme klingt mit dieser Qualität noch sehr gut. Jeder Song kann natürlich vorher angehört werden, die ca. 20 Sekunden sind aber wirklich relativ kurz, da könnte für meinen Geschmack noch ein wenig aufgerüstet werden. Ein praktisches Web 2.0 Feature findet sich hierbei natürlich auch noch: es lassen sich Feeds für Künstler abonnieren, so dass man immer über neue Songs informiert bleibt! An dieser Stelle nochmal eine kurze Milchmädchenrechnung anhand Katie Meluas "Call off the search":

  • Preis pro Song: 1,19 €
  • Preis für das Album: 11,49 € (statt 14,28 € für alle 12 Songs einzeln)

Und auch hier stimmt Preis/Leistung! 12 € für ein vollwertiges Album kann man wirklich noch bezahlen. Bezahlt wird der Bestellvorgang , der auf dem bekannten Warenkorb-System basiert, mittels Guthaben, dass man via Clickandbuy, Paypal oder einfach Online‑Überweisung aufladen kann. Leider ist man hierbei auf die vorgegebene Beträge 10, 20 und 50 € festgelegt. Das schränkt dann leider doch ein!

Album-Downloads werden direkt als ZIP-Archiv gepackt zum Download angeboten. Daumen hoch, das gefällt mir wirklich. Auch lässt sich in den Optionen die Benennung der MP3s und Ordner vorgeben, sehr praktisch. Man merkt einfach an jeder Stelle, dass der User hier wichtig ist!

Und das ist jetzt wirklich komplett Kopierschutz-frei???

Nicht ganz, aber zumindest kann ich beruhigen: der Kopierschutz ist vielmehr ein Copyright-Vermerk und nicht für den User spürbar. Die MP3-Dateien haben ein digitales Wasserzeichen eingebettet. Das Wasserzeichen ist ein wahrnehmbares Muster, das in der Musikdatei verschlüsselt untergebracht wird. Ohne diesen Schlüssel oder gar die Kenntnis des Wasserzeichens, verhält sich die MP3-Datei für den User wie jede andere auch. Jeglich der Inhaber des Schlüssels kann mittels diesem den eingebetteten Copyright-Vermerk prüfen. Es geht also nur um eine Copyright-Kennung, keinen Kopierschutz. Realisiert wird dies mit einer Entwicklung des Fraunhofer Instituts IPSI (und auch hier schlägt mein TUD-Inf Herz wieder höher).

Fazit: Alles in allem eine SEHR SEHR gute Idee, die in Zukunft weiter gestreut werden sollte. Endlich wird der User als Konsument und nicht als zwiespältiger Raubkopierer betrachtet. Würden die Plattenlabel endlich verstehen, dass manche Konditionen vor dem Online-Kauf von Musik abschrecken und der Käufer sich als potentiell Krimineller behandelt fühlt, würde es mehr solcher guter Musik-Plattformen geben. So kann ich nur sagen: weiter so akuma!!! Die Idee ist KLASSE, die Konditionen gut, das System aber an ein paar wenigen Stellen verbesserungswürdig. Bleibt nur zu hoffen, dass die Musikindustrie auf diesen Zug aufspringt. Wenn nicht, erlebt vielleicht die Indie-Szene einen kleinen Aufschwung.

Akuma – Online Musikdienst

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