November
28
2008
13:23
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Manchmal braucht auch der am härtesten arbeitende Diplomand eine Pause. Nun bin ich zwar nicht ein solcher, dennoch kann ein Break manchmal einfach nicht schaden und sei es nur, um den Kopf frei vom ewig gleichen Thema zu bekommen.

Wie kann man einen Samstag also besser verbringen, als mit einem mitleidenden Kommilitonen kleine DIY-Projekte umzusetzen? Gesagt, getan, ein Lichtzelt/Lichtwürfel sollte nachgebaut werden und die Ergebnisse für dieses <10 € Projekt sind wirklich sehenswert!

Zum Einsatz kamen haushaltsübliche Dinge, die die Kosten enorm im Keller halten. Man benötigt:

  • 1 geeignet große Pappkarton-Kiste
  • 1 Rolle weißes Butterbrotpapier
  • 1 stabilen weißen/schwarzen Karton
  • Cutter-Messer
  • Klebestreifen
  • Beleuchtung
  • Objekt der Begierde… 😉

Das Basteln ist dabei so einfach wie günstig.

Sämtliche Seiten der Kiste werden mit dem Cutter-Messer herausgelöst, so dass am Ende das Gittergerüst der Kiste übrig bleibt.

Die entstandenen Löcher werden mit dem Diffusorstoff – in unserem Fall das supergünstige weiße Butterbrotpapier – beklebt. Dieser weicht das eintreffende Licht sehr stark auf, so dass sehr diffuse und weiche Schatten entstehen.

Zuletzt wird noch ein „unendlicher Hintergrund“ in Form einer sog. Hohlkehle in die Kiste gelegt. Dazu wird ein einigermaßen stabiler Karton (Farbe je nach Wunsch, meist aber weiß oder schwarz) durchgebogen in den Karton gelegt. Dadurch entsteht ein weicher Übergang zwischen Boden und Hintergrund, die harte Kante verschwindet und das Motiv wird wunderbar vor einem einfarbigen Hintergrund freigestellt.

DIY Lightbox

Bestrahlt wurde das Ganze der Einfachheit halber mit zwei 500W Baustrahlern. Durch das Dauerlicht ist es viel einfacher, den Bildeindruck des einfallenden Lichts zu beurteilen. Dennoch sind Blitze natürlich vielseitiger und verbraten auch nicht 80 % ihrer Energie im Wärme. Für die Baustrahler hingegen sprach zusätzlich der geringe Preis und die wenigen Einstellmöglichkeiten, die einen anfangs nicht überfordern.

Da sie natürlich sehr sehr gelbes Licht abliefern, ist ein guter Weißabgleich ein absolutes Muss. Idealerweise stellt man diesen manuelle bereits in der Kamera ein, denn auch wenn sich bei RAW der Weißabgleich am PC machen lässt, schaut man sich die Bilder zuerst immer noch in der Kamera an. Hier ekelhaft vergilbte Bilder zu sehen trübt den Eindruck doch sehr und deshalb sollte man sich wirklich kurz Zeit nehmen, den Weißabgleich einigermaßen schon in der Kamera eingestellt zu haben. JPEG-Jünger müssen das ohnehin und außerdem kostet es kaum Zeit.

Die Ergebnisse sind für den geringen finanziellen Aufwand beachtlich und es lässt sich noch sehr stark mit der Beschaffung der Lightbox experimentieren. Für Gläser kann man bspw. Striplights simulieren indem die Seitenwände mit zusätzlichen Kartons bis auf einen schmalen Streifen verdeckt werden. Die dadurch erzeugten Reflektionen sind sehr harmonisch auf runden Gläsern und heben den Bildeindruck in professionelle Ebenen. Auch durch Fensterscheiben einfallendes Licht kann simuliert werden, indem ein Pappkreuz an den Seitenwänden eingebracht wird. Der typische Schatten des Fensterkreuzes wird dadurch nahezu realistisch wiedergegeben und es entsteht der bekannte Eindrück vom Portrait am Fenster. Die Lightbox sollte für solche Zwecke natürlich etwas größer sein 😉

Auch mit dem Hintergrundkarton lässt sich wunderbar experimentieren. Diverse Farben und Oberflächeneigenschaften (matt, glänzend, strukturiert) lassen zahlreiche Variationen zu und auch eingefärbte Plexiglasscheiben können sehr reizvolle Kreationen erzeugen. Plexiglas lässt sich übrigens unter Wärmeeinfluss verbiegen und somit zu einer Hohlkehle formen.

Da die Lightbox zu allen Seiten mit Diffusorstoff bespannt ist, lässt sich natürlich auch kreativ von unten oder gar hinten Licht auf das Motiv aufbringen und auch die Bestrahlung von oben birgt schöne Effekte. Der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt.

Die Resultate gibt’s im entsprechenden Album meiner Foto-Galerie.

DIY Lightbox

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