März
7
2008
20:16
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In letzter Zeit habe ich mir immer mehr mit der Panorama-Fotografie befasst. Einige Panoramen habe ich bereits hier vorgestellt und auch eine eigene Panorama-Galerie für die interaktiven Kugelpanoramen gibt es mittlerweile.

Doch welches Equipment braucht man eigentlich um solche Panoramen erstellen zu können?!

Im Folgenden stelle ich die dafür von mir verwendete Foto-Ausrüstung vor. Eines vorweg: es muss nicht immer das teuerste Equipment sein, auch wenn die Preisgrenze natürlich nach oben hin offen ist.

Am wichtigsten ist natürlich die Kamera und das verwendete Objektiv. Es muss nicht zwingend eine Spiegelreflexkamera zum Einsatz kommen, aber durch die (bisher nur bei Spiegelreflexkameras möglichen) sehr geringen Brennweiten, müssen sehr viel weniger Bilder gemacht werden. Im Vergleich zu Kompaktkameras mit minimal 25mm (entsprechend KB) kommt man mit einer DSLR bereits in Brennweitenbereiche von 12mm bis 16mm (entsprechend KB). Damit ist es möglich mit nur sehr wenigen Fotos ein Panorama zu erstellen. Bewegte Objekte machen also weniger Probleme und die Geschwindigkeit nimmt enorm zu. Ein weiterer Vorteil von DSLRs ist natürlich die gute Bildqualität und das sehr viel geringere Rauschen.

Zum Einsatz kommt deshalb meine Canon EOS 400D und mein Ultra-Weitwinkel Objektiv das Sigma 10–20 EX DC HSM.

Das Sigma 10–20 erlaubt es mir durch die geringe Brennweite von 10mm (16mm entsprechend KB) mit lediglich 8 Bildern das volle 360° Spektrum zu erfassen. Alle 45° ein Foto gemacht, ergibt sich die perfekte Überlappung, um die Bilder problemlos zusammenstitchen zu können. Für Kugelpanoramen muss natürlich auch in der Vertikalen der komplette Bereich erfasst werden. Letztendlich handelt es sich dann um 8+4+4 = 16 Bilder in insgesamt 3 Reihen (45° nach oben geneigt, normal, 45° nach unten geneigt).

Absolute Voraussetzung für gute Panoramen ist natürlich der perfekte Drehpunkt, so dass der Parallaxenfehler das Stitchen nicht erschwert (und im Zweifelsfall sogar unmöglich machen kann). Dieser Drehpunkt wird auch Nodalpunkt genannt und ist für jedes Objektiv und jede Brennweite anders. Es ist also ein Stativ und ein entsprechender Adapter nötig, der die Kamera um den Nodalpunkt drehend auf dem Stativ lagert.

Hierfür nutze ich ein Stativ der Firma Walimex, den enorm stabilen Kugelkopf MA 486 RC2 der Firma Manfrotto und den Panoramaadapter Panosaurus aus den USA.

Das Stativ muss wirklich stabil sein, so dass kein Wackler die Aufnahmen beeinträchtigt. Aber auch die darauf angebrachten Komponenten, der Kugelkopf und der Nodalpunktadapter, müssen stabil und wackelfrei sein. Gerade wenn qualitativ hochwertige Aufnahmen gemacht werden sollen, wird meist mit geringer ISO-Einstellung und hoher Blende fotografiert werden. Die dadurch erhöhten Belichtungszeiten erfordern sehr stabile Lagerung der Kamera auf dem Stativ. Also an dieser Stelle nicht falsch sparen, auch wenn gutes Equipment nicht die Welt kosten muss. Wie eingangs erwähnt, sind auch gute und günstige Produkte auf dem Markt erhältlich. Beim Stativ und dem Panorama-Adapter konnte ich einige Euro sparen, indem ich auf gewisse Komfortfeatures verzichtet habe. Das Stativ ist zwar stabil, aber leider kein Leichtgewicht und der Panorama-Adapter ist etwas sperrig. Leichtere Stativ-Alternative bzw. kompakt verstaubare Panorama-Adapter kosten leider ein Vielfaches. Man muss sich also klar werden, was nun wichtiger ist. Komfort oder der ein oder andere Euro mehr auf dem Konto. Beim Kugelkopf hingegen hatte ich schlechte Erfahrungen mit günstigen Modellen gemacht und bin auf etwas teurere Produkte von Manfrotto umgestiegen. Es hat sich gelohnt, der Kopf ist für sein Gewicht absolut stabil und macht genau, was ich will.

Letztlich geht es nun nur noch um den Kleinkram, der nicht unbedingt wichtig, aber enorm praktisch sein kann. Hier eine knappe Liste mit kurzer Beschreibung der kleinen Helferlein.

Um auch noch den letzten Verwackler zu verhindern, ist es sinnvoll, die Kamera mit einem Fernauslöser auslösen zu lassen. Aber nicht nur gegen Verwackler ist dieser Helfer nützlich. Bei ungünstig stehender Sonne muss man manchmal aufpassen, nicht durch den eigenen Schatten selbst im Bild aufzutauchen. Ein entsprechend langer Fernauslöser schafft hierbei einfache Abhilfe. Leider ist der Original Canon-Fernauslöser für seine Funktion (simpelste Elektronik, die man viel günstiger verkaufen müsste) sehr teuer. Wer mit einem Lötkolben umgehen kann, kann sich aber auch selbst einen entsprechenden Auslöser nachbauen.

Mehrere Ersatz-Akkus für die Kamera, denn 16 Bilder mit langer Belichtungszeit pro Panorama saugen doch eine Menge „Saft“. Hier haben sich für mich die sehr günstigen Replikas der Firma Ansmann überzeugt. Gute Leistung für absolut geringe Preise.

Ebenso wie an Akkus sollte man nicht an Speicherkarten sparen, denn 16 RAW-Bilder pro Panorama nehmen auch direkt eine Menge Platz weg (bei der Canon EOS 400D satte 150–200MB). Schnelle Speicherkarten lohnen sich im Übrigen immer, wer einmal ein Foto nicht machen konnte, weil die Kamera noch auf die langsame Karte speichern musste, wird wissen, wovon ich rede. Deshalb mindestens die Extreme Ⅲ von SanDisk.

Um Fotos im Nachhinein einfach mit GPS-Tags versehen zu können, lohnt sich die relativ günstige Anschaffung eines GPS-Loggers. Von der Firma Wintec werden hervorragende Logger hergestellt, die nicht nur sehr viel Speicherkapazität haben, sondern auch klein und handlich sind. Ein weiterer Vorteil ist die Ausstattung mit Bluetooth, so dass der Logger auch mit anderen Geräten kombiniert werden kann. Kurz in der Wüste verloren? Schnell den Loggern mit dem Handy verbunden und die Notfall-Navigationssoftware angeschmissen.

Und zu guter Letzt ist natürlich eine gute Foto-Tasche oder gar ein Foto-Rucksack von Vorteil. Mir haben es hierbei die Taschen und Rucksäcke der extravaganten Firma Crumpler angetan. Durchdachtes Innen‑ und Außen-Design kombiniert mit sehr robusten Stoffen und dem gewissen Look, überzeugen mich bei fast jedem Modell. Ich selbst nutze für kleine Trips den Pretty Boy XXL als Foto-Umhängetasche und ansonsten den etwas größeren Foto-Rucksack Match Maker. Der Match Maker hat in diesem Fall den Vorteil eines komplett herausnehmbaren Foto-Teils, so dass der Rucksack auch im Alltag ohne Foto-Inlay genutzt werden kann. Auch ein Notebook findet in diesem Rucksack noch Platz. Letztlich ist der Rucksack sehr gut vor Taschendieben geschützt, da er nur geöffnet werden kann, wenn er abgesetzt wurde.

Wenn ich die ganzen Produkte jetzt mal durchkalkuliere, tut es mir ganz schön weh im Portemonnaie… Aber es hat sich für mich gelohnt, auch wenn ich nur für mich (und natürlich euch Leser :)) Fotos mache.

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Fotos: Blankenburg/Michaelstein/Wernigerode »
 
April
8
2009
14:59

kennst du eigentlich die china shops (dealextrem.com etc) – da hab ich meine fernauslöser portofrei für ca. 6 eur (wired) bzw. 14 eur (wireless) gekauft

Dezember
20
2009
03:58

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