November
20
2008
15:25
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Momentan scheint das Thema Geo-Tagging etwas Aufwind zu bekommen, zumindest wird in diversen Foren in letzter Zeit häufiger danach gefragt. Aber auch die Auswahl an verfügbarer Software für’s Geo-Tagging wird zunehmend umfangreicher, so dass mittlerweile problemlos unter Windows und Linux munter drauf los getagged werden kann!

Insbesondere Netbooks, die einen regelrechten Boom im letzten Jahr erfahren haben, sind zudem häufig mit schlanken Linux-Derivaten bespielt, die blitzschnelles Hochfahren unter einer halben Minute erlauben. Durch die geringe Größe erweisen sie sich natürlich als idealer Photographer’s Companion für unterwegs. Umso wichtiger ist es, einen guten betriebssystemübergreifenden GeoTagging-Workflow zu haben.

Zunächst benötigt man aber erst einmal die entsprechende Hardware in Form eines Geo-Loggers (auch GPS-Tracker genannt). Im Gegensatz zu Navigationslösungen im Handformat, wie sie insbesondere beim Geo-Caching verwendet werden, sind Geo-Logger in ihrer Funktionalität beschnitten. So befindet sich im Gehäuse kaum mehr als ein GPS-Empfänger, etwas Speicher zum Ablegen der Positionsdaten und die Schnittstelle nach außen in Form von USB und/oder Bluetooth. Display und Co. werden kaum benötigt und somit wird die komplette Bedienung mittels weniger Tasten und LEDs geregelt.

Die Firma Wintec hat sich im Bereich dieser speziellen GPS-Devices in letzter Zeit als Geheimtipp herauskristallisiert. Geo-Logger mit viel Speicher im kleinen Gehäuse mit langer Laufzeit und zahlreichen Konfigurationsmöglichkeiten sind bei Wintec für moderate Preise im Angebot.

Circa 100 € muss man bspw. für den Wintec WBT-201 hinlegen, der mich schon seit Anbeginn des Geo-Taggings zuverlässig begleitet. Um den Rahmen nicht zu springen, gibt es die wichtigsten Features knapp aufgelistet.

Wintec WBT-201

  • adaptives Logging (Interval, geschwindigkeits‑, bewegungs‑ oder winkelabhängig uvm.)
  • Positionsbestimmung 4x pro Sekunde
  • speichert bis zu 131.000 Koordinaten
  • ca. 15h Akkubetrieb im GPS-Modus
  • ca. 12h Akkubetrieb im Log-Modus
  • geringes Gewicht von 40g (inkl. Akku)
  • inkl. KFZ-Ladeadapter

Informationen und Kundenmeinungen bei Amazon

Informationen auf der Herstellerseite

Software

Nachdem die GPS-Daten fleißig gesammelt wurden, lässt sich das Track-Log mittels USB‑ oder Bluetooth-Verbindung auf den PC laden. Ein großer Vorteil zu GPS-Modulen für Kameras, die das GPS-Datum nur zum Zeitpunkt des Fotos empfangen und direkt in das Foto einbetten, ist natürlich, dass man zusätzlich noch einen wunderschönen Track des Foto-Ausflugs erhält. Insbesondere im Urlaub lassen sich somit schöne Erinnerungen sammeln.

Ein kleiner aber feiner Nebeneffekt: da der WBT-201 die GPS-Daten nicht nur speichert, sondern auch in Echtzeit per USB/Bluetooth an angeschlossene Geräte weitergibt, lässt sich der Geo-Logger auch wunderbar als GPS-Maus für die Navigation mittels Handy oder Laptop verwenden.

Nachdem die GPS-Tracklogs auf dem PC gespeichert wurden, sucht eine sog. Geo-Tagging Software die entsprechenden Punkte des Tracklogs zur Aufnahmezeit der Fotos und bettet die gefundenen GPS-Koordinaten in die Fotos ein.

Auch an dieser Stelle möchte ich nicht den Rahmen sprengen und die Softwares lediglich in einer kurzen Liste erwähnen. Alle Programme arbeiten selbstverständlich auch zeitgemäß mit RAW-Formaten.

Windows-Tools

Log-Daten auslesen: Time Machine Ⅹ

Fotos taggen: GeoSetter oder GPicSync

Linux-Tools

Log-Daten auslesen: gtk-g-rays2

Fotos taggen: GPicSync oder digiKam

Fazit

Wie man sieht, lässt sich GPicSync auf beiden Systemen verwenden und erlaubt somit einen identischen Workflow unter Windows und Linux. Dennoch muss ich GeoSetter den Vorrang geben, da es deutlich komfortabler und auch zuverlässiger arbeitet. GeoSetter bietet u.a. die hervorragende Möglichkeit, die Ortsdaten (Ortsteil, Ort, Bundesland, Land) der Koordinaten automatisch abzurufen und in die entsprechenden IPTC-Felder der Fotos einzubetten. Das ist inbesondere dann praktisch, wenn man nach Fotos von gewissen Orten sucht (oder kennt jemand aus dem Stehgreif valide GPS-Koordinaten für New Hampshire?).

Ein kleiner Hinweis noch zu Time Machine Ⅹ: es kann zwar Fotos auch direkt geotaggen, jedoch lediglich JPEGs und auch nicht so gut steuerbar wie GeoSetter, GPicSync oder digiKam.

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November
20
2008
15:45

Aber 100 € für einen mehr oder wenigen reinen Datenlogger finde ich schon verhältnismäßig teuer.
Fürs gleiche Geld bekommt man schon GPS-Handempfänger mit denen man unter Umständen dann doch etwas mehr machen kann.
Aber klar, es kommt eben auf den Verwendungszweck an und Bluetooth ist bei denen natürlich dann nicht dabei ;).

Ich bevorzuge auch Geosetter, und vor gut einem Jahr hatte ich auch mal GPicSync probiert und damals gab es im direkt Vergleich bei GPicSync extreme Abweichungen bei der Ortsbestimmung, obwohl beide den selben Track bekamen.

November
20
2008
16:49

Hallo zusammen,
ich habe nun schon seit einigen Monaten den WinTec Logger und kann diesen nur empfehlen. Klar sind 100 Euro nicht wenig, für ein solches Gerät aber durch die sehr geringe Größe ist es sehr komfortabel! Du gehst morgen aus dem Hotel, hängst den Empfänger an deine Tasche oder an deine Hose, aktivierst das Gerät und vergisst es dann einfach. Abends, zurück im Hotel, dann einfach die Daten auslesen und fertig! Ein Handempfänger braucht meist mehr Strom (= weniger Laufzeit) und ist einsprechend größer und komplexer zu bedienen.
Ausserdem gibt es noch ein paar andere Anwendungsmöglichkeiten des Loggers …
Was die Software angeht ist auch der Geosetter mein Favorit!

Grüße
KleinerBlogger

PS: Ganz wichtig: Nie vergessen den lieben Logger gut zu befestigen!
PPS: Ok – der war böse! 😉

November
20
2008
17:25

Stimme Herrn „Klein“ zu… Für die Langlebigkeit des Akkus, die geringe Größe und die praktischen Schnittstellen zahle ich sehr gerne 100 €.

@KleinerBlogger: Ar***! 🙂

November
20
2008
18:16

also dass ein Handempfänger mehr Strom braucht stimmt nicht. Mein Uraltes gelbes eTrex hält genau wie mein eTrex Legend HCx bis zu 25h durch und das mit normalen Batterien, bei Akkus sinds nur 20h, aber die kann man wechseln wenn sie leer sind 😉

November
20
2008
18:29

Ok,
der Akku-Punkt geht an dich Max! 😉 Aber kannst du deinen eTrex auch unter die Sonnenblende im Flugzeug klemmen, um so den Flug mit zu loggen …
Jetzt aber bitte nicht fragen: Wer macht denn sowas? 😉

November
20
2008
18:31

warum sollte ich den denn unter die Sonnenblende legen um zu loggen, der kann doch auch in der Tasche bleiben 😉

November
20
2008
18:33

Naja, der Vergleich ist aber auch etwas aussagelos. Zwei AA Batterien alleine wiegen ja schon 25 % mehr als der WBT-201 inkl. Akku. Rein vom theoretischen Standpunkt aus sollte eigentlich schon klar sein, dass der Akkuverbrauch eines Geräts ohne Display geringer sein MUSS als der eines Geräts mit Display. Klar wird das durch stärkere (und dadurch größere und schwerere) Akkus ausgeglichen oder gar getoppt, aber der Logger soll ja nunmal klein, handlich und vor allem leicht sein!

Zum Sonnenblenden-Logging:
Der Empfang am Fenster ist deutlich besser, was bei den Geschwindigkeiten im Flugzeug sinnvoll sein kann.

November
20
2008
18:50

Ist natürlich richtig, aber wie ich oben schon erwähnt, kommt eben alles auf den Verwendungszweck an. Ich würde eben immer auf einen vielseitigeren Handempfänger zurückgreifen, mache aber auch nicht nur Geotagging, sondern auch Geocaching und nutze den Legend HCx auch als Navi auf dem Motorrad.

Zum besseren Empfang am Fenster im Flugzeug kann ich nicht viel sagen, aber mein Gerät im Haus und im Auto zum Vergleich heranziehen. In letzterem macht es keinen Unterschied ob das Gerät am Fenster oder irgendwo anders liegt, die Genauigkeit ist da überall gleich und in der Wohnung im Erdgeschoss mit verhältnismäßigen schlechten Bedingungen habe ich Abweichungen zwischen 10–15m.

P.S. WP-Subscription funktioniert leider irgendwie nicht richtig, bekomme immer bei einem neuen Kommentar von mir den Aktivierungslink und nach Aktivierung keine Kommentarbenachrichtigung.

November
20
2008
19:48

Ja, so ein größeres Gerät reizt mich persönlich ja auch, wenn auch nicht fürs Geo-Tagging. Betrachtet man Preis/Leistung, ist ein Gerät wie der HCx natürlich schon sehr viel besser.

PS: WP-Subscription werde ich mir mal näher anschauen.

November
21
2008
10:00

Hi there,
Ⅰ have found a GPS data logger comparison table that might be of your interest.

http://spreadsheets.google.com/pub?key=pXRBadSQxMUKN3TXwc3zOeA

P.S.: Es tu mir leid, aber mein Deutsch is nicht sehr gut

November
21
2008
12:38

Hi Iván,
thank you for contributing! Unfortunately some interesting GPS-Loggers like the Wintecs and/or Royalteks aren’t included in this comparison. Additionally only 4 of them are capable of actually storing the data (which Ⅰ refer to logging…). Nevertheless the AMOD AGL3080 seems to do quite well. It combines huge memory (128MB) with small size and reasonable battery life. One reason Ⅰ however will go on using my WBT-201: the AMOD has no configurable logging-interval and thus suffers from recording only 70 hours saving the GPS-position every second. That’s wayyyyy too many saved positions!

November
21
2008
14:08

Hallo,

mir ist heute noch was eingefallen und zwar konkret ne Frage zu Geotagging in Verbindung mit dem Wintec.
Das Gerät hat ja kein Display, also kann man auch nicht die Ortszeit ablesen. Wenn die Kamera-Uhr nun aber abweicht, woher weiß man das dann wie groß die Abweichung zur ‚GPS-Zeit‘ ist?
Ich kann ja an meinem Handempfänger jederzeit die Uhrzeit ablesen, mit der Kamera vergleichen und ggf. stellen.

November
21
2008
16:23

@Max:
Also wenn es lediglich um die Zeitzonenverschiebung geht, sehe ich das relativ gelassen. Man überschreitet ja relativ selten mehrere Zeitzonen in kurzen Abständen und wenn, hat man ohnehin meist eine Armbanduhr dabei. Anderenfalls ist es auch kein Problem eine Zeitzonenabweichung in GeoSetter oder GPicSync anzugeben. Eine andere schöne Möglichkeit ist natürlich, einfach die Kamerauhr auf UTC zu stellen. Dann sind GPS-Empfänger und Kamera ortsunabhängig. Leider sind dann natürlich die Fotos alle auf UTC-Zeit gemünzt, was manchmal eher unpraktisch ist, wenn einen der Aufnahmezeitpunkt interessiert.

November
21
2008
18:27

@awokenMind

Na Zeitzonen sind weniger das Problem, aber Abweichungen von Minuten zueinander schon.
Bei normaler Laufgeschwindigkeit, kann eine Minute schon 100m bedeuten ;). Habe ich schon selbst das Problem gehabt, Kamera nicht gestellt und die Koordinaten in den Fotos waren nicht da wo sie sollten.

Und wegen UTC, man kann, zumindest bei Geosetter, nachträglich die Zeitzone anpassen, so dass das Aufnahme-Datum der Ortszeit entspricht.

noch ein P.S. warum lande ich immer im Spam-Filter?

November
21
2008
20:11

@Max: keine Ahnung, warum Du immer im Spam-Filter landest. Irgendwie hast Du es geschafft, sowohl auf die IP‑ als auch auf die Domain-Blacklist zu kommen. Bad Karma man, bad karma! Hab Dich jetzt manuell davon entfernt.

Zu geringen Abweichungen: zusätzlich zu abweichenden Zeitzonen lassen sich auch geringe Abweichungen in GeoSetter und GPicSync einstellen, man muss die Differenz nur erst einmal herausgefunden haben. Ich persönlich vertraue aber einfach meiner Funkuhr, nach der ich meine Kamera stelle. Klar wäre es praktisch gleich die GPS-Uhrzeit heranziehen zu können, aber ich hatte bisher keine großen Probleme damit und ohne präzise Uhr verlasse ich das Haus auch nur ungern. Mein Handy liefert mir als letzte Stelle noch eine einigermaßen gut gesyncte Uhrzeit (mit dem Mobilfunknetz).

Wenn ein Foto aber wirklich 100m entfernt getagged wird, weil die Uhrzeit zu stark abweicht, merke ich das sofort und versuche die Zeitdifferenz zu finden. Sowohl mit GeoSetter als auch GPicSync kein Problem, man sieht ja die Position der Fotos wunderbar auf der Karte und korrigiert die Differenz so lange, bis es passt. Nicht schön, aber in den wenigen Fällen, wo es passiert (mir bisher NIE) absolut problemlos und einfach.

Lineare Abweichungen sind also überhaupt kein großes Problem, non-lineare Abweichungen wären schon kritischer, aber die kannst Du auch nicht wirklich gut mit der visualisierten Uhrzeit auf dem GPS-Handgerät korrigieren.

November
25
2008
12:02

Kleines Update:
GPicSync kann in der neuesten Version ebenfalls Ortsnamen in die IPTC-Felder einbetten!

Mai
14
2009
21:33

Noch eine Anmerkung zur Zeitverschiebung: Geosetter und jedes andere Programm, dass einigermaßen zum Geotaggen taugt kann eine Verschiebung der ganzen Zeiten veranlassen, ⅾ.h. man kann auch um 1 min und 43 sec verschieben. In Verbindung mit der Funktion des WBT-201, dass man durch drücken des rechten knopfes Wegpunkte anlegen kann, muss man nur einmal wärend der Tour Kamera und GPS „synchronisieren“, indem man ein markantes Bild (zb die eigene Hand) fotografiert und gleichzeitig eben diesen Knopf drückt. Nun kann man einfach den Zeitabstand des Bildes zum Zeitpunkt des Wegpunktes als Verschiebungsgröße verwenden.
Natürlich darf man mit dieser Methode nicht die Uhr der Kamera zwischendurch verstellen 😉 Oder man macht einen Messpunkt vor der Korrektur der Kamerazeit und einen danach und vertaggt die Bilder in zwei Anläufen.
Grüße
Philipp

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