April
14
2007
23:19
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Am Mittwoch war ich auf einem Workshop von Guido Karp, seines Zeichens Konzertfotograf mit langjähriger Erfahrung. Der Workshop trägt den Namen "Meet the professionals" und wird als Workshop-Tour durch 14 deutsche Städte gehalten. In 6 Stunden wurden den max. 100 Teilnehmern 6 Studio-Sets und mehrere Models zur Verfügung gestellt. Die Sets bieten sehr unterschiedliche Lichtquellen aller Preisklassen. Vom Baustrahlerstudio über Tageslicht-Ringleuchten (mein absoluter Favorit und der Geheimtipp des Workshops) bis hin zu Studioblitzanlagen. Insgesamt gab es 6 Models (zwei davon posierten als Akt), die nacheinander die Sets wechselten. Es gab also von allem etwas.

Nachdem Guido Karp zu Beginn ein paar lange aber dennoch sehr kurzweilige Worte zum Workshop fallen ließ, wurden alle Sets einmal kurz präsentiert. Besonderer Wert wurde auf den Verzicht der Automatiken und die korrekte Handhaltung zur verwacklungsfreien Aufnahme gelegt. Jedes Set wurde mit Beispieldaten für den manuellen Weißabgleich und Belichtung versehen, so dass man sich leicht an die Situationen und Lichtverhältnisse herantasten konnte, um dann davon etwas abzuweichen und selbst zu lernen. Bei den Sets mit Studioblitzen konnte sich der entsprechende Wireless Transmitter geliehen werden. Nachdem die Ansprache vorbei war, ging es ans Fotografieren und der Kampf um einen guten Platz begann. Leider ist ein 100-Mann-Workshop nicht wirklich ideal, um in Ruhe aus einer guten Position Fotos machen zu können, aber für 49 € sollte man nicht mehr erwarten und es wurde einiges geboten. Leider spiegelt sich dieser Positionskampf in einigen Bildern wieder, die leider nicht allzu scharf geworden sind, aber in einem solchen Workshop geht es nicht um perfekte Fotos, sondern darum den Umgang mit Licht zu erlernen. Besonders toll fand ich die Leih-Aktion von Guido Karp. So konnte man sich gegen Pfandrücklage von Personalien das Material des Meisters leihen. Von der neuen 1Ds Mark Ⅲ über diverse weiße Objektive bis hin zu kleineren DSLR-Modellen konnte man hier Gebrauch machen. Ich habe mir kurz ein EF 70–200 2.8 L IS USM ausgeliehen und an meine 400D geschraubt. Sieht schon sehr witzig aus, aber die Kombi ist durchaus praktisch. Mit realer Brennweite von 112mm bis 320mm, einer wahnsinnigen Offenblende von 2.8 und dem Bildstabilisator ließ sich wunderbar arbeiten!!! Leider liegt der Preis deutlich über meinem Rahmen und würde auch kaum Sinn machen für mich. Den Rest des Abends habe ich hauptsächlich mit dem Nifty Fifty (EF 50⁄1.8) wegen der praktischen Lichtstärke und schönen Schärfentiefe und meinem EF 28–135⁄4.5–5.6 IS USM wegen der längeren Brennweite und dem Stabilisator für zittrige Hände gemacht. Ansonsten konnte man seine Bilder an 2 Macs über den Lexar-CardReader importieren und in LightRoom mit einem Wacom Intuos3 A4 Grafiktablet bearbeiten oder aber gleich das Wacom Interactive Pen Display nutzen (Grafiktablet in interaktivem Display). Macht wirklich sehr viel Spaß, aber bisher komme ich auch gut mit der Maus zurecht. Guido konnte man jederzeit auch mit Fragen nerven, er war wirklich nett, auch wenn ich mich mehr auf's Fotografieren konzentrierte und dies nicht in Anspruch nahm.

Ca. 20Uhr war die Foto-Session vorbei und es folgten noch 2 Vorträge von Guido über das Thema Bildrechte und seinem Assistenten René über Bildbearbeitung und Farbkalibrierung. Der Vortrag über Bildrecht war wirklich aufschlussreich und interessant, jedoch leider so lang, dass René kaum noch Zeit für sein Tutorial zur Verfügung stand, aber 1–2 gute Tipps konnte man dennoch mitnehmen. Mitte Mai soll eine DVD an die Teilnehmer verschickt werden, die noch ein paar weitere Aspekte behandelt. Regulär kostet diese 50 €, für Teilnehmer ist sie kostenlos. Der Workshop hat sich also mehr als gelohnt.

Noch ein kurzes Wort zu den Models. Es waren wirklich tolle Models vor Ort, die sehr gut auf die Wünsche der Fotografen reagierten und auch von selbst schöne Posen zeigten. Ein paar Fotos sind mir letztendlich doch gelungen und diese gibt's natürlich online.

Alles in allem ein sehr toller Workshop, der sein Geld wert ist, wenn man denn noch was lernen kann. Ich für meinen Teil habe einiges an Erfahrung mitgenommen und freue mich auf die DVD.

PS: Ein paar negative Erfahrungen möchte ich nicht verschweigen. Es gab auch den einen oder anderen "Fotograf", der sich immer mit dem längsten Tele in die vorderen Reihen begab, stillschweigend und schwitzend seine Fotos vom Aktmodel machte und auch noch beschwerte, dass er beim Navigieren durch die doch sehr große Menge an Fotografen in Berührung mit seinen "Kollegen" kam. Es gibt halt einfach überall schwarze Schafe. Wirklich schade, denn die wunderschönen Models haben es nicht verdient, sich nur der Fleischbeschau zur Verfügung zu stellen.

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