Juli
6
2007
11:56
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Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag Hinweis: Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag.

Endlich der erste trigami-Auftrag, juhu! Auftraggeber hierfür (und ich möchte betonen, dass Auftraggeber nicht gleich Meinungsgeber ist!) ist diesmal das neue Karriere-Portal yourcha.com.

Doch wofür benötigt man heutzutage noch ein weiteres Recruiting-Portal, wo es doch schon genügend Anbieter wie monster.de, Xing.com, usw usf gibt?

yourcha ist anders und begründet diese Besonderheit in der "Umkehrung des klassischen Wegs der Personalsuche". Die Unternehmen selbst suchen hierbei nach Personal und melden sich beim "Bewerber" mit konkreten Job-Angeboten. Das klingt schon mal spannend, sieht sich der Arbeitsuchende doch auf einmal in der Position des Wählenden, der Angebote annehmen und ablehnen kann und dabei bis zur endgültigen Kontaktaufnahme auch noch anonym bleibt. Alles in allem also sehr arbeitnehmer-freundlich, bedenkt man mögliche Probleme, die normalerweise auftreten können, erfährt der aktuelle Chef, dass man sich nach einer neuen Stelle umschaut.

Wie funktioniert jetzt yourcha? 

Zuerst einmal muss – wie bei jedem Portal – ein Account registriert werden. Die Accounts sind für Arbeitnehmer kostenlos, Arbeitgeber hingegen zahlen Gebühren (50 € pro Bewerbung und 50 € pro angenommener Bewerbung). Arbeitnehmer melden sich per Anmeldecode an, der per eMail angefragt werden kann, gerüchteweise aber wohl auch unaufgefordert per Postkarte verschickt wird, dazu aber später mehr. Nach der Anmeldung müssen zuerst persönliche und berufsbezogene Daten eingegeben werden, ein Lebenslauf kann ebenfalls erstellt werden. Zu berufsbezogenen Daten gehören hierbei neben der Branche des aktuellen Unternehmens, dem eigenen Berufsfeld, der Berufserfahrung, Sprachkenntnissen, Position, Beschäftigungszeit, Bildungsgrad und Personalverantwortung die eher unüblichen Felder: Bruttojahreseinkommen, Firmen-PKW und Firmen-Handy. Der Arbeitgeber scheint also sehr genau zu erfahren, mit welcher Art von Arbeitnehmer er hier zu tun hat. Ob das von Vorteil oder Nachteil ist, muss jeder für sich entscheiden, Pflichtfelder sind hierbei nur die kursiv formatierten.

Nachdem man nun alle nötigen Daten eingetragen hat, möchte man natürlich das Portal etwas durchstöbern. Doch was bitte? Außer einem Message-Center und dem Vergleich, wie sich das eigene Einkommen zu Mitbewerbern im selben Berufsfeld verhält bietet yourcha überhaupt nichts, was es auch nur irgendwie interessant machen würde, länger als zur Anmeldung im Portal zu verweilen. Das ist also die Kehrseite von "der Job schaut sich nach Dir um" oder vielleicht treffender "melden Sie sich nicht, WIR melden uns" und irgendwie gibt mir das auch Bedenken. Wenigstens den Austausch mit anderen Arbeitnehmern über Foren oder andere Community-Features hätte ich mir doch gewünscht.

Wer ist yourcha überhaupt?

Da man nun ja auf heißen Kohlen sitzt und wartet, wartet, wartet, bietet sich die Möglichkeit einmal mehr über yourcha erfahren zu können. Schnell mal das Google-Orakel befragen und hoppla, meine Bedenken scheinen einige User zu teilen! Hier und hier wird von Daten-Sammlern gesprochen und irgendwie deckt sich das natürlich mit der "WIR melden uns" Strategie des Portals, denn sind die Daten einmal eingegeben, passiert erst einmal nicht viel. Ich habe zumindest noch von keiner Vermittlung durch yourcha lesen können…

Und auch andere trigami-bezahlte Reviews scheinen yourcha eher skeptisch gegenüber zu treten. Connys Blog beleuchtet sogar einige Details in den AGB und spricht Zeitungs-Abonnements an. Ich kann natürlich nichts davon bestätigen, noch kann ich es leugnen, dennoch spricht das alles irgendwie für sich! Die Taktik hinter dem Portal ist natürlich clever. Man sucht sich Arbeitnehmer, die in einem aktuellen Arbeitsverhältnis stehen, analysiert Bruttojahreseinkommen und filtert damit Adressen und weitere Peronendaten, die für Unternehmen interessant sind. Welches Werbe-Unternehmen kauft schon Adressen von brotlosen Arbeitslosen. yourcha kann sich hingegen mit qualitativ hochwertigen Adressbeständen rühmen… 

Es wundert mich nur, dass yourcha nach der o.g. Postkarten-Aktion und genügend kritischen Posts im Internet jetzt ein kleine Welle von trigami-Reviews ordert.

Mein Fazit

Ich kann nicht beweisen, dass yourcha Adressen verkauft und ich will es auch nicht unterstellen, vielmehr aber zu mehr Nachdenken anregen und ziehe selbst meine Schlüsse. Die große Welle an Communities und Portalen im Web 2.0 die täglich größer wird, führt leider zu geringer werdender Vorsicht. Sich aus purer Erfahrungslust einmal anmelden sollte doch wieder mehr hinterfragt werden, gerade in Zeiten digitaler Datenerfassung, die so vieles möglich macht. Ich zumindest bleibe bei seriöseren Anbietern wie monster.de oder Xing.com und werde in den nächsten Tagen meinen Account bei yourcha löschen und die Löschung meiner persönlichen Daten anfordern.

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