März
29
2008
18:20
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Seinem Unmut gegen die zunehmende Verwendung biometrischer Daten für sicherheitskritische Anwendungen macht der Chaos Computer Club nun Luft und veröffentlicht den Fingerabdruck des Innenministers Wolfgang Schäuble in der Clubzeitschrift „Die Datenschleuder„.


Der CCC spricht sich insbesondere vehement gegen die Verwendung von Fingerabdrücken im Ende letzten Jahres eingeführten ePass. Wie bereits zahlreich nachgewiesen, bieten Fingerabdrücke kaum Sicherheit, weshalb eine Verwendung im ePass keinesfalls die Qualitätsanforderungen einer solchen Sicherheitsanwendung erfüllt.

Auch wenn Fingerabdrücke eindeutig sind, sind sie leicht zu fälschen und entsprechende Lesegeräte (Fingerprint-Reader) leicht zu täuschen. Dementsprechend gibt es nicht nur einen Abdruck Schäubles Fingerabdrucks in der Clubzeitschrift, sondern zusätzlich auch eine entsprechende Fingerabdruck-Attrappe, die das Täuschen eines Fingerprint-Readers ermöglicht. Ein deutliches Statement, das viele Befürworter der vermeintlichen Sicherheit von Fingerabdrücken aus der Politik in Erklärungsnöte bringen dürfte.

CCC-Sprecher Dirk Engling: „Wir empfehlen, die Abdrücke bei erkennungsdienstlichen Behandlungen, bei der Einreise in die USA, bei der Zwischenlandung in Heathrow, aber auch im örtlichen Supermarkt und – prophylaktisch – beim Berühren möglichst vieler Glasflächen zu benutzen“

Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, gibt es ein biometrisches Sammelalbum, dem in weiteren Ausgaben der Datenschleuder u.a. Fingerabdrücke von Frau Merkel und Herrn Beckstein zugefügt werden sollen. Auch eine Anleitung zur Sicherung von Fingerabdrücken wurde vom CCC veröffentlicht.

Damit dürfte die Äußerung seitens des Innenmisteriums, dass kaum Unterschiede zwischen einem Passfoto und einem elektronisch gespeicherten Fingerabdruck gäbe, deutlich in Frage gestellt werden.

Ob die Aktion rechtliche Folgen haben wird, steht zur Zeit noch nicht fest. Der CCC hat sich jedoch vor der Veröffentlichung juristischen Rat eingeholt. Die Meinungen der Juristen sind jedoch gespalten. Die Zeit wird zeigen, welche Folgen die Aktion für wen haben wird.

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