Dezember
29
2007
07:30
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Die Belichtungsmessermodi

Der kamerainterne Belichtungsmesser bietet unterschiedliche Betriebsmodi, die für die unterschiedlichen Aufnahmebedingungen besser oder schlechter passen. Vorweg sei erwähnt, dass sich die „Intelligenz“ des Belichtungsmessers in Grenzen hält. Die Lichtsituation ist dem Belichtungsmesser unbekannt, es wird lediglich basierend auf Annahmen eine einigermaßen allgemeingültige Belichtung bestimmt. Spezialsituationen wie Gegenlichtaufnahmen benötigen das Einwirken des Fotografen, um das recht allgemeine Ergebnis des Messers auf die spezielle Situation abzustimmen.

Kamerainterne Belichtungsmesser messen die Reflektion des Lichts vom angemessenen Objekt. Als Referenzton hierfür wird 18%iges Grau angenommen. Angemessene Objekte die dunkler als 18 % Grau sind, werden demnach überbelichtet, da sie so belichtet werden, als wären sie so hell wie 18%iges Grau. Angemessene Objekte die heller als 18 % Grau sind, werden unterbelichtet. Die Intelligenz der Belichtungsmesser wird durch diesen Fakt enorm beschränkt und bedarf einigermaßen sorgsamen Einsatz durch den Fotografen! Er muss abwägen, ob es Partien im Bild gibt, die den Belichtungsmesser beeinflussen könnten und den für die gegebene Szenerie passenden Belichtungsmessermodus wählen. Im folgenden Abschnitt werden die Messfelder und Messbereiche anhand von Text und Grafik erläutert. Fällt in diese Bereiche ein Objekt, dass dunkler oder heller als 18 % Grau ist, so muss der Fotograf mittels der Belichtungskorrektur entgegensteuern. Mehr dazu im fünften Teil dieser Artikelreihe.

Man spricht bei dieser Art von Belichtungsmessung auch von TTL-Messung (through the lens), da durch das Objektiv hindurch gemessen wird. Handbelichtungsmesser hingegen messen das Licht von der Stelle des Objekts aus. Es wird also nicht das reflektierte, sondern das auf das Objekt eintreffende Licht zur Messung herangezogen. Unterschiedliche Reflektionseigenschaften von Objekten verfälschen somit nicht das Ergebnis. Die kamerainterne Messung ist aber dennoch praxisnah und bietet außerhalb des Studios einfache und einigermaßen guten Messergebnisse.


Matrixmessung/Mehrfeldmessung

Matrixmessung
Abbildung 1: mehrere Felder in Wabenanordnung

Die neueste und somit intelligenteste Belichtungsmessung. Die Belichtung wird über mehrere Messfelder, die über den Bildausschnitt verteilt sind, hinweg gemessen (siehe Abbildung 1). Des Weiteren fallen andere Kameraparameter wie die Brennweite, Farbverteilung, Fokusentfernung usw usf in die Waage. Jeder Kamerahersteller implementiert diese Art der Messung anders und es kann keine generelle Aussage über die Arbeitsweise getroffen werden. Durch die starke Inbezugnahme vieler Kameraparameter jedoch wird eine große Menge an Aufnahmesituationen abgedeckt, so dass die Matrixmessung in vielen Fällen gute Messergebnisse liefern kann. Durch den hohen Maß an Einflussfaktoren ist sie jedoch sehr schwer vorhersagbar und kann bei kleinen Änderungen des Bildausschnitts unterschiedliche Ergebnisse liefern. Ideal ist sie für die schnelle Aufnahme einer unkomplizierten Lichtsituation. Landschaftsfotos mit blauem Himmel im oberen ⅓ und etwas dunklerer Landschaft im unteren ⅔ des Bildes soll die Matrixmessung einiger Kamerahersteller relativ gut erkennen, so dass ausgewaschene Himmel oder unterbelichtete Landschaften nicht auftreten sollten. Doch was passiert, wenn man Landschaftsbilder im Hochformat aufnimmt oder aber kein Landschaftsbild fotografiert? Man muss sich leider auf die Intelligenz der Automatik verlassen oder aber für besser vorhersagbare Ergebnisse zu den folgenden Belichtungsmessermodi greifen.


Mittenbetonte Messung/Integralmessung

Mittenbetonte Messung
Abbildung 2: mittlerer Bereich des Bildes fließt stärker in die Messung ein

Bei der mittenbetonten Integralmessung fließt der mittlere Bereich des Bildes stärker in die Messung ein (siehe Abbildung 2). Dennoch wird das ganze Bild bemessen. Da viele Fotos die bildwichtigen Inhalte in der Mitte tragen, liefert auch diese Belichtungsmessung in entsprechenden Situationen gute Messwerte, da die Außenränder nur wenig, der Bildmittelinhalt jedoch stark in die Messung einfließt. Ideal ist dieser Modus für Portraitaufnahmen, da sich hierbei das Motiv hauptsächlich in der Mitte befindet.


Spotmessung/selektive Messung

Spotmessung
Abbildung 3: sehr kleiner Bereich in der Bildmitte für Spotmessung genutzt

Die Spotmessung nutzt lediglich einen kleinen Bereich im Zentrum des Bildes zur Belichtungsmessung. Es wird zwischen Spotmessern und selektiven Messern unterschieden. Während Spotmesser einen deutlich kleineren Bereich von etwa 1–3° des Bilds bemessen, nutzen Selektivmesser Bereiche von etwa 9–10°. Der Vorteil der Spot‑ bzw. Selektivmessung liegt eindeutig in der Kontrollmöglichkeit. Die Position des zu messenden Objekts im Bildausschnitt ist völlig egal, da vor der Aufnahme das entsprechende Objekt ins Zentrum des Suchers gelegt und eine Belichtungsmessung darauf angesetzt werden kann. Der Belichtungswert kann dann mittels Belichtungswertspeicherung (AEL) gespeichert, der ursprüngliche Bildausschnitt wieder ausgerichtet und das Foto letztendlich gemacht werden. Point&Shoot kann in diesem Modus jedoch ungewünschte Ergebnisse hervorrufen.

Im nächsten Artikel werden Tipps für einen effizienten Workflow bei der Bestimmung einer korrekten Belichtung genannt.

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30
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