März
16
2008
13:50
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Musikmesse 2008

So, die Musikmesse 2008 ist vorbei und meine Schulter ganz schön gestresst. 2 Fototaschen, 8 Stunden am Tag, 3 Tage lang herum zu tragen ist dann doch etwas anstrengender. Interessanterweise fallen dadurch die Fußschmerzen kaum auf 🙂

Hier nun aber mein Resumee zur diesjährigen Messe.

 

Neuigkeiten

Wieder einmal hat sich gezeigt, dass es kaum Neuerungen im Bereich der Gitarren gibt. Die großen Neuigkeiten wurden bereits auf der NAMM präsentiert und die meisten Geräte sind sogar schon auf dem Weg zu den Händlern. Da ich für delamar auch in den anderen Hallen unterwegs war, konnte ich nicht umher, mitzubekommen, dass andere Bereiche mit Neuigkeiten ganz anders umgehen.

Während Hersteller wie SM Audio Pro, melodyne oder Toontrack ihre Produkte schon sehr weit im Voraus präsentieren, promoten und sogar vorführen, gibt es bei Herstellern wie Randall oder Line6 „olle Kamellen“. Präsentationswüste Gitarrenhersteller. Randall stellte das neue Kirk Hammett Signature Half-Stack in der Limited-Edition (RM100KH LTD) zwar auf aber keineswegs vor. Sicher, der Besucher kann das Gerät selbst anspielen, aber dennoch lasse ich mir gerne auch mal etwas zeigen. Line6 war diesbezüglich sogar noch Konsumentenunfreundlicher. Vom neuen POD X3 Pro gab es nicht einmal Pressematerial, geschweige denn Plakate. Auch die Anfrage, das entsprechende Stompboard POD X3 Live einmal vor der Kamera vorzuführen, wurde lapidar mit der Begründung „Brauchen wir nicht, verkauft sich ja auch so.“ verneint. Na dann viel Spaß beim Verkaufen Line6…

 

Konzerte

Electro Voice in Kooperation mit Dynacord haben es sich nicht nehmen lassen, ein unglaublich gutes Bühnen-Set bestehend aus 3 Bühnen ins Zelt auf dem Messeplatz zu verfrachten. Dort wurde mit sehr guter Lichtshow und richtig gutem Sound alle halbe Stunde ein Konzert veranstaltet. Durch die 3 Bühnen und ein gut durchdachtes Rotationsprinzip ging es Schlag auf Schlag, so dass ich stellenweise gar nicht mehr auf die Messe wollte und mir lieber die tollen Shows anschaute.

Als absoluter Top-Act hat sich für mich die EV Power Experience etabliert. Gesponsort von Electro Voice bestand diese Combo aus Top-Musikern wie T.M. Stevens (Bass), Bonita (Vocals), Schrader (Gitarre), Ralf Oehmicher (Gitarre), Wolf Simon (Drums) und Jürgen Dahmen (Keys). Geprägt war der Sound von T.M. Stevens, der seinen berühmt berüchtigten Mix aus Rock und Funk – MetalFunk genannt – einfließen ließ. Die Combo trat mehrmals am Tag auf, so dass ich mir das Spektakel mehrmals gab.

Des Weiteren ist mir Awake im Hinterkopf geblieben. Eine junge DreamTheater-Coverband bestehend aus Musikern zwischen 16 und 21 Jahren. Respektable Leistung und ein bombastischer Sound, auch wenn ich DreamTheater nicht unbedingt mag. Sollte man bei Gelegenheit mal anschauen die Jungs!

 

Messebesucher

Nicht wirklich erstaunlicherweise gab es natürlich vermehrt Nicht-Fachbesucher auf den Fachbesucher-Tagen. Der Trend verstärkte sich, je näher man dem Publikumstag rückte. Es war aber nicht unverhältnismäßig, so dass man als „Fachbesucher“ doch noch Messe-Charakter genießen konnte. Den Publikumstag habe ich gestern bewusst ausgelassen, da ich keine Lust auf Fan-Trauben an Autogrammständen hatte. Ich verstehe nicht, was das noch mit Messe zu tun haben soll, aber ich gönne jedem sein Plaisierchen, solange ich dadurch nicht genervt werde…

Ansonsten sind mir die Scharen an Profi-Fotografen auf der Messe aufgefallen, die sich zudem in 3 Lager aufgespaltet haben.

 

Die Profi-Fotografen

Ganz klar die Profis mit Stativ, Profi-Kamera, Blitz und gutem Diffusor und einer mächtigen Fototasche voller Akkus und Speicherkarten. Würde mich freuen, deren Fotos bald in großen Zeitschriften in Hochglanz bewundern zu dürfen.

 

Die „Profi“-Fotografen

Hier war nur noch anhand der Kamera der Profi zu erkennen. Schon bei den Objektiven fing es an zu bröckeln. Leider scheint der Gedanke „Tele-Objektiv = Profi-Objektiv“ weit verbreitet und so gab es genügend Fotografen, die mit den längsten Tüten herumliefen und versuchten mit 3,5er Offenblende und Brennweiten von 100mm aufwärts scharfe Konzertaufnahmen zu machen…

Hier mag ISO3200 oder höher der guten Kamera-Bodies vielleicht noch helfen, wogegen aber gar nichts hilft ist der Anfängerfehler „falsche linke Handhaltung“. Ich weiß nicht, wieviele Profis ich schon gesehen habe, die ihre Kamera am Objektiv genau falsch gestützt haben und dadurch noch kürzere Belichtungszeiten brauchen. Ich glaube richtige Profis merken das recht schnell, immerhin machen sie doch viele Fotos und vergleichen sie auch mit anderen Fotografien. „Warum kann der länger still halten als ich?“ Die Frage scheint bei den „Profi“-Fotografen noch nie aufgekommen zu sein…

Als kleine Erinnerung: man stützt das Objektiv auf der linken Handfläche ab und umschließt mit dem linken Daumen nach oben. Damit ist das Objektiv stabil gehalten, man kann wesentlich besser mit Zoom‑ und Fokusring umgehen und auch das Drehen der Kamera ins Hochformat ist viel angenehmer, weil sich die beiden Hände nicht in die Quere kommen. Wer das Objektiv so wie eine Flasche während des Trinkens hält, hat also nur Nachteile.

 

Die „Profi-Fotografen“

Die Elektronik-Branche hat es vorgemacht: Spiegelreflexkameras werden als die besseren Kompaktkameras gehandelt und machen aus jedem sofort den Profi-Fotografen. Dementsprechend war es auch auf der Messe en vogue mit einer Spiegelreflex am Handgelenk herum zu laufen. Da reicht sogar die Einsteigerkamera mit dem Kit-Objektiv. Schade eigentlich, denn eine gute Kompakte hätte für unbesorgtes Knippsen wesentlich mehr getaugt. Ich hoffe der Irrglauben hört bald auf, denn auch wenn ich mich selbst nicht als Profi (oder gar Amateur) bezeichnen würde, kratzt es schon am Ego, wenn jeder mit einer Spiegelreflexkamera herum läuft.

 

Fotos

Insgesamt knapp über 200 Fotos habe ich geschossen. Motive gab es genügend und mein neues Tamron 17–50 2.8 hat sich dafür wirklich sehr bewährt, ich habe es zu 98 % genutzt. Die durchgehende 2.8er Offenblende macht es wirklich einfach, beim schwachen Licht auf der Messe auch ohne Blitz fotografieren zu können. Gerade die Konzerte waren damit ein Leichtes. ISO1600 und Blende 2.8, da kommt man auf Verschlusszeiten von 1⁄125 bis zu 1⁄250 mit denen selbst actionreiche Bands scharf abgelichtet werden können. Der Zoombereich von 17–50 ist auch sehr angenehm, obwohl ich am oberen Ende gerne noch etwas mehr Raum gehabt hätte. Ein 17–85 2.8 wäre also ideal, gibt es nur leider (noch) nicht.

BTW: Ein Weitwinkel-Objektiv kann bei Konzerten wirklich sehr geil kommen, wenn man im Pressegraben lungert und die Action der kompletten Band einfangen will.

Alle Bilder von der Messe

Bilder vom Konzert der EV Power Experience

Bilder vom Final Virus Konzert

Bilder vom Awake Konzert

Bilder von Mike Terranas Show

Bilder von Gus G.s Show

Bilder vom Matthias IA Eklundh Konzert

Bilder von den Messe-Babes

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Panasonic Lumix DMC-FX35 »
 
März
16
2008
14:54

Klasse Beitrag, ich habe die Musikmesse ganz ähnlich empfunden. Dieses Jahr hatte ich aber das Gefühl, dass deutlich mehr private Besucher an den Fachbesuchertagen unterwegs waren.

Whatever! Danke für Deine Hilfe!

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